Tipps

Um Ihnen einen besseren Einblick in das Thema „Bürgerfunk selber machen“ zu verschaffen, haben wir Ihnen hier einige ausgewählte Tipps, Ratschläge und Techniken zusammengestellt, die auch in Rahmen der Seminare zur Sprache kommen.

Die Atmung - der Schlüssel zum Erfolg


Unter allen nicht oder nur schwer willentlich körperlich beeinflussbaren Vorgängen kommt der Atmung eine Schlüsselstellung zu: Atmung geschieht spontan - ist aber auch von Dir steuerbar.

Das Tor zur Beeinflussung der seelischen Verfassung ist das vegetative Nervensystem. Gefühle wie Angst, Wut, Verzweiflung, Freude, Zorn, Hass, Liebe,... beeinflussen und verändern die Atmung. Unsere psychische Verfassung wird über die Atmung für andere Menschen sichtbar.

Harmonie, Vitalität, aber auch die Kontrolle des eigenen Willens hängen von einem tiefen und vollem Atem ab.

Beachte: Der Rhythmus der Atmung besteht nicht aus zwei sondern aus drei Phasen:

Einatmung - Ausatmung - Atempause



In Stresssituationen ist entgegen der landläufigen Meinung nicht das Einatmen, sondern die Atempause und das Ausatmen wertvoller, um Verkrampfungen und Anspannungen zu lösen. Tiefes Ausatmen entspannt, zwingt die Muskulatur zur Lockerung. Luft holst Du dann schon von selbst. Kontrolliere während einer stressig empfundenen Situation die Atmung, verstärke Deine tiefere Ausatmung, um "Dampf abzulassen".


Die Umfrage:


· Einfache journalistische Darstellungs- und Sendeform
· Gute Einstiegsmöglichkeit in Beiträge und Sendungen
· Umfragen lockern auf und wecken Interesse

Grundsätzlich wird mit der Umfrage versucht, eine möglichst repräsentativ erscheinende –Öffentlichkeit herzustellen oder Stimmungen unterschiedlicher Coleur zu sammeln.


Der Umfrageort richtet sich meist nach dem Inhalt der Umfrage. Eine inhaltliche Manipulation ist unzulässig. Die Alters- und Geschlechtsstruktur der Befragten sollte beachtet werden, wenn der Repräsentativitätscharakter erzeugt werden soll.

TIPPS:

Umfragen sind zum Scheitern verurteilt, wenn zu lange und zu unentschieden eingeleitet oder zu lange auf Befragte eingeredet wird. Es gilt zu vermeiden, sich in Diskussionen verwickeln zu lassen. Dies gilt besonders für die Themen Alter, Religion, Glaubensfragen, Sexualität und Gleichberechtigung. Trage nicht zu viel überflüssiges Gepäck. Verzichte auf eine Brille mit dunklen oder verspiegelten Gläsern. Laufe nicht hinter zu Befragenden her. Lächle. Reiße dem Techniker nicht die Ausrüstung von der Schulter. Zähle im Geiste mit, wie viele brauchbare Antworten Du vermutlich hast - ziehe hiervon noch einmal 50 % ab. Beachte, daß bei der Ansprache von Paaren meist der Mann antwortet. Achte bei Videoaufnahmen darauf, das die Befragten zu gleichen Anteilen mal von links, mal von rechts und mal mittig bei der Aufzeichnung ins Bild schauen. Das erleichtert den Schnitt.


Umfrage-Leitsatz: Eine immer gleiche Frage wird an mehrere Menschen gestellt!


Das Interview:

Grundsätzlich müssen zwei Sachverhalte unterschieden werden:

a: Das Interview dient der Recherche - praktisch kann jedes (Telefon-)Gespräch zur Sache als Interview betrachtet werden

b: Das Interview wird als journalistische Darstellungsform eingesetzt.


Zweckgebunden werden drei Typen unterschieden:

· Interview zur Sache

· Interview zur Person

· Meinungsinterview

Leider sind die Grenzen zwischen allen drei Interviewformen häufig fließend. Bemühe Dich um eine möglichst strukturierte Vorgehensweise, um diese Vermischung zu minimieren.



Eine Sonderform des Interviews ist das Statement:

Leitsatz:

Zu einem Statement ist berechtigt, wer etwas Gewichtiges zu einem Sachverhalt in Äußerst knapper und prägnanter Form beitragen kann.

Es wird direkt in die Kamera gesprochen und nicht durch den Reporter journalistisch formal gebrochen.

??? W ???

Die W-Problematik muss beachtet werden. Bereite grundsätzlich die Fragen vor, nachdem ein Brainstorming auf Grund der Vorrecherche angefertigt wurde. Benutze DIN A6 Karteikarten, aber keinen Füller.

Die Interview-Situation ist immer ein Dreiecksverhältnis zwischen dem Interviewer, dem Interviewpartner und dem Zuhörer oder Zuschauer. Beachtet werden muss: Der Gefragte ist nur vordergründig die Hauptperson.



Die Vorbereitungsebenen:

1. Sache

2. Ziel abstecken

3. auf Person vorbereiten

4. bereite den Interview-Verlauf so vor, dass Du nicht von der agierenden auf die reagierende Ebene wechselst

5. Nachhaken

6. Emotionale Beziehungsebene aufbauen

7. Vorgespräch führen, ohne die konkreten Fragen a) zu stellen b) vollständig beantworten zu lassen

8. Manuskript

9. Nonverbale Kommunikation einbeziehen

10. Gegenstrategien des Partners beachten und entsprechend darauf reagieren


Grundsatz: Mehrere Fragen werden an eine Person gestellt!



Recherchieren

Selbst recherchieren für Radio- und Fernsehbeiträge

Ein Thema ist gefunden, z. B.
"Immer mehr Arbeitgeber verweigern mit Begründung ihren Arbeitnehmern den Bildungsurlaub. Immer weniger Arbeitnehmer melden ihren Anspruch an, aus Angst am Arbeitsplatz benachteiligt zu werden."

Was ist dran?

Wer etwas erfahren will, muss schon etwas wissen.

Erkundigungen einziehen.

Welche Informationen fehlen mir, um das Thema rund zu machen?

Abwägen - ob zum Aspekt der sachlichen Richtigkeit die Lesbarkeit bzw. die Sendefähigkeit erfüllbar ist (Wahl der Darstellungsform)

Wen muss ich in die Recherche einbeziehen?

Jedes Problem hat mindestens zwei Seiten



Drei Reaktionen der Betroffenen:

- Ablehnung einer Stellungnahme (Thema interessant)

- Darstellung aus anderer Sicht - die facts sind strittig (Thema sehr interessant)

- der Betroffene kann den Vorwurf zweifelsfrei widerlegen (Thema gestorben)

Journalisten sind keine Staatsanwälte - Umgangsformen wahren - dem Leser/ Zuhörer, Zuschauer grundsätzlich die Gelegenheit überlassen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Fairplay ist die höchste Bürgerpflicht!

Nur in einer Atmosphäre der Offenheit, werden Betroffene auftauen und möglichst unbefangen ihre Story preisgeben. Deshalb zu Anfang immer eine Kompetenzfrage stellen, die Detailfragen, Zweifel, Kritik, Konfrontationen mit anderen facts nachschieben.

Wenn über Details und Sachverhalte (zeitlich befristete) Vertraulichkeit vereinbart wurde, muss diese auch eingehalten werden.

Bei Behörden haben Bürger ein RECHT auf Auskunft. Dieses Recht kann bei Behörden über die Justiz geltend gemacht werden.

Es gibt Situationen, in denen auf eine Recherche verzichtet werden sollte. (Entführung), also auch auf die Veröffentlichung der Information.


HILFSMITTEL:

Filofax, persönliches Archiv, allgemeine Archive bzw. öffentlich zugängliche Archive, Nachschlagewerke, who's who?, Datenbanken, Sprachbücher, Internet

Jedes Gespräch - auch ein Telefonat kann im Prinzip eine Recherche sein.

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